Samstag, 30. Januar 2016

The End.

6 Monate sind mittlerweile vergangen und mein Freiwilligendienst an der Seametrey-School in Kambodscha ist vorbei.
Ich habe unglaublich viel erlebt und bin mehr als glücklich, diese 6 Monate hier verbracht zu haben. Keinen Tag habe ich es bereut, denn jeder Tag war auf seine Art neu und besonders.
Ich weiß gar nicht genau, wo ich anfangen soll, denn alles hier ist mir gleichermaßen ans Herz gewachsen.

Da sind natürlich die Kinder, die ich jeden Tag unterrichtet habe und die mir jeden Tag durch irgendetwas anderes ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Die schönen Momente, wenn sie sich tatsächlich meinen Namen gemerkt haben und mich mit einem fröhlichen „Hello Teacher Saskia!“ begrüßten, wann auch immer sie mich trafen. Oder wenn die Klasse tatsächlich mal leise war und Spaß an den Dingen hatte, die ich mir für die Stunde ausgedacht habe. Oder wenn ich Bilder geschenkt bekommen habe oder jemandem vorlesen sollte. Aber auch die Moment, in denen ich die Fortschritte der Kinder bemerkte, bemerkte wie sie langsam auftauten und aufblühten und nicht mehr nur still am Tisch saßen, sondern versuchten mit mir zu kommunizieren, egal ob sie Englisch konnten oder nicht. All diese Momente haben mein letztes halbes Jahr ausgemacht und die Kinder haben mir das Gefühl gegeben, dass das was ich tue wirklich Sinn macht.

Allerdings haben nicht nur die Schüler meine Zeit hier geprägt. Die Kambodschanischen Familien, die hier mit uns auf dem Gelände wohnten und uns bei allem unterstützt haben, will ich natürlich nicht vergessen. Egal, ob sie uns seltsame Dinge zum Essen vom Markt mitgebracht oder mit uns den ganzen Abend draußen getanzt haben (damit uns warm wird natürlich). Für mich sind sie ein riesengroßer Teil der ganzen Kambodschaerfahrung. Dasselbe gilt für die Arbeiter, die uns jeden morgen mit einem strahlenden Lächeln begrüßt haben, nicht müde wurden, uns mit dem Roller irgendwo mit hin zu nehmen und es einfach nicht lassen konnten uns auszulachen, wenn wir mal mitgearbeitet haben und die Dinge auf unsere Art in die Hand genommen haben.

Außerdem gibt es da noch meine Volunteerkollegen, mit denen ich seit ich in Kambodscha angekommen bin, (fast) jeden Tag verbracht habe. Wir haben zusammen in einer riesigen WG gewohnt, zusammen gegessen, gearbeitet und Urlaube und Ausflüge haben wir auch zusammen gemacht. Mit der Zeit sind wir zu einer großen Familie zusammengewachsen und ich hoffe sehr, dass die Freundschaften halten, auch wenn alle wieder in Deutschland oder wo auch sonst in der Welt verstreut sind.
Ihr seid mir alle sehr ans Herz gewachsen, jeder einzelne von euch!

All diesen Menschen möchte ich für die Zeit danken.
Obwohl es manchmal ein wenig chaotisch zuging (was soll's, ist eben Kambodscha), finde ich das Projekt großartig und ich bin stolz ein kleiner Teil davon gewesen zu sein. Danke also auch an Muoy, die uns manchmal fast wahnsinnig gemacht hat, aber einfach ein viel zu großes Herz für diese Welt hat.

Für alle, die sich für das Projekt interessieren: www.seametreycambodia.org
Und für alle, die etwas ähnliches vorhaben und noch eine Organisation suchen: www.welt-sicht.org

Insgesamt kann ich jedem nur dazu raten, sich ein bisschen Zeit für sich zu nehmen, in andere Länder zu fahren, zu helfen wo es geht und die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen.
Es lohnt sich.

Auch wenn meine Zeit in Kambodscha jetzt vorbei ist, nach Hause geht es trotzdem noch nicht. Im Moment bin ich in Bangkok und in den nächsten Wochen werde ich ein wenig Urlaub in Thailand, Malaysia und Singapur machen. Ich werde darüber keinen Blog schreiben, da mir das ganze dann doch zu stressig wird und ich die Zeit eigentlich lieber genießen will.

Für alle, die es interessiert, am 25. Februar bin ich wieder zuhause.

Bis dann,
Saskia



Samstag, 23. Januar 2016

Kampot & Silvester in Phnom Penh


Die nächste Station auf unserer Reise war Kampot. Eine hübsche kleine Stadt an der Küste, ca. 2 Stunden von Sihanoukville entfernt. Dort haben wir uns Roller ausgeliehen und sind in den Bokor Nationalpark gefahren (beziehungsweise die anderen sind gefahren und ich saß hintendrauf..). So konnte ich wenigstens die schöne Aussicht genießen, die man auf den Weg auf den Berg im Nationalpark hat. Oben angekommen waren wir erst bei einem Wasserfall, der mich jetzt nicht so umgehauen hat und schließlich sind wir zu dem deutlich seltsameren Teil des Parks, ganz nach oben gefahren. Dort stehen eine riesige Hotelanlage, ein Casino, ein alter zerfallener Wohnblock, diverse große Baustellen, ein chinesischer Tempel und eine alte katholische Kirche. Trotzdem hat es sich gelohnt und so ging es mit dem Roller die kurvige Straße wieder herunter. 
Am nächsten Tag stand Kep auf dem Programm. Wieder haben wir Roller geliehen und sind in die kleine Stadt am Meer gefahren, in der es außer Krabben eigentlich nichts gibt. Trotzdem haben wir den ganzen Vormittag mit in der Hängematte liegen und aufs Meer schauen verbracht und am Nachmittag haben wir uns mit Max getroffen, der mit uns in den Kep Nationalpark gefahren ist. Dort waren wir in einem riesigen Baum klettern und das war wirklich ein sehr besonderes und echt ein cooles Erlebnis. Die restliche Zeit haben wir irgendwie in Kampot gegammelt und am 30. Dezember ging es dann zurück nach Phnom Penh.
Dort haben wir ein kleines Apartment gemietet, in dem wir Silvester und Neujahr verbracht haben. Obwohl die Kambodschaner ja ihr eigenes Neujahrsfest im April haben, war unglaublich viel los. Es gab mehrere Bühnen und zum Countdown war alles voll mit Menschen, die auf das neue Jahr angestoßen haben und ein klitzekleines Feuerwerk gab es auch. Sonst haben wir den Silvesterabend eher entspannt in einer kleinen Runde verbracht.
Die nächsten Tage wurde bis auf einkaufen eigentlich nicht viel gemacht und so ist ein sehr schöner Weihnachts- / Silvesterurlaub zu Ende gegangen.